50 Jahre Volkswagen Leasing!

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Erst das Rad, dann das Leasing

Codex Hammurabi

Der Codex Hammurabi, eine Sammlung von Rechtssprüchen aus dem 18. Jahrhundert v. Chr., ist auf einer nahezu komplett erhaltenen 2,25 m hohen Dioritstele im Louvre ausgestellt. Diese bedeutende Quelle keilschriftlich überlieferter Rechtsordnungen beinhaltet u.a. Rechtssätze zum Staatsrecht, Liegenschaftsrecht, Schuldrecht, Eherecht, Erbrecht, Strafrecht, Mietrecht und Viehzucht- sowie Sklavenrecht.

Was heute mit Autos funktioniert, klappte auch schon vor 5.000 Jahren mit Ochsen: das Leasing. Zugegeben, diesen Namen gab es damals noch nicht, doch ob Nutztiere, Schiffsanker oder Fahrzeuge, das Grundprinzip der Miete auf Zeit ist über Tausende Jahre gleich geblieben: Ein wirtschaftliches Gut wird gegen Entgelt genutzt, ohne es erworben zu haben. Von den Sumerern im heutigen Gebiet des Irak stammt dann auch das erste Gesetz zu Mietgeschäften, benannt nach dem damaligen babylonischen Herrscher Hammurabi. Dieses regelte hauptsächlich die Vermietung von Ochsen. Wurde der Ochse durch einen Löwen getötet, trug der Eigentümer das Risiko. Quasi Vollkasko ohne Selbstbeteiligung. Starb das Tier infolge fehlender Sorgfalt oder Misshandlung, musste der Mieter den Schaden ersetzen. Erlitt der Ochse eine tödliche Krankheit und wurde somit „durch einen Gott geschlagen“, musste sich der Mieter von diesem Gott frei schwören. Nun gut, einiges hat sich doch über die Jahre verändert ...

Vom Orient bis ins Abendland

Es sollten noch einige Tausend Jahre ins Land gehen, bis das Leasing auch Europa erreichte. Die ältesten Hinweise für leasingähnliche Geschäfte in Europa stammen aus Griechenland: Der Stadtstaat Athen setzte zur Vermietung seiner Erzminen „Leasingverträge“ mit Gewinnbeteiligungen auf. Die Laufzeiten waren für einen heutigen Leasingvertrag allerdings eher ungewöhnlich: lebenslang. Und Aristoteles formulierte etwa 400 v. Chr. den Kerngedanken des Leasings: Der Reichtum eines Wirtschaftsguts besteht eher im Gebrauch als in dessen Eigentum! 400 v. Chr. – erzählen Sie das mal Ihrem hippen, jungen Kunden!

Die spannende Geschichte des Leasings

Wieder mehrere Hundert Jahre später – etwa 600 n. Chr. – schaffte es das Leasing über die Adria nach Italien. Dort vermieteten Eisenschmiede Anker für Handelsschiffe an Schiffsbesitzer. Nach der Dauer einer Reise gingen die Anker zur nächsten Vermietung wieder zurück an die Eigentümer. In Nordeuropa konnte man ungefähr 800 Jahre später ganze Schiffe mieten und bekam sogar eine „Bedenkfrist“ bis zum nächsten Sonnenaufgang eingeräumt.

Moderne Zeiten

Sweda Kasse

Das erste leasingfähige Investitionsgut in Deutschland war eine Registrierkasse der Firma Sweda aus dem Jahre 1962, eingeführt von Professor Albrecht Dietz. Er ließ sich in Amerika von der Leasingidee inspirieren und gründete 1962 das erste Leasingunternehmen in Deutschland.

Die moderne Form des Leasings entstand schließlich 1877 in den USA. Das amerikanische Unternehmen „Bell Telephone Company“ vermietete seine Telefonapparate und nannte das Ganze „leasing“ – vom englischen „to lease“ (mieten oder pachten). Weitere Firmen wie „Shoe Machinery Cooperation“ und „International Business Machines“ (IBM) schlossen sich an, sodass man bald fast jede Maschine von Schuhreparaturgeräten bis zu Lochkartenanlagen leasen konnte. Den großen Durchbruch erlebte das Leasing nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Europa. Für den Wiederaufbau und schnelles Wirtschaftswachstum in den Nachkriegsjahren benötigte man moderne Maschinen, die sich kaum jemand leisten konnte. Die ersten eigenständigen Leasinggesellschaften, deren einziger Unternehmenszweck das Geschäft des Vermietens war, wurden in den Fünfziger-Jahren in den USA gegründet. Bis dato konnte man nur direkt von den Herstellern leasen.

Schwerer Start in Deutschland

Leasingähnliche Geschäfte gab es in Deutschland zwar bereits seit 1900 für Maschinen, Datenverarbeitungsanlagen und landwirtschaftliche Geräte, doch sie hatten einen zweifelhaften Ruf als Maßnahme für kapitalschwache Firmen ohne Kreditwürdigkeit. Demnach herrschte in Deutschland zunächst große Skepsis gegenüber den ab 1962 gegründeten Leasinggesellschaften. Erst in den Siebziger-Jahren kam mit dem Leasing von EDV-Anlagen der große Durchbruch: Leasing war endlich in Deutschland angekommen. In den Achtziger-Jahren erlebte schließlich das Fahrzeugleasing in Deutschland seinen großen Aufschwung. Viele Fahrzeughersteller gründeten selbstständige Leasinggesellschaften und lösten durch aktives Marketing geradezu einen Boom des Automobilleasings durch Privatpersonen aus. In dieser Zeit wuchsen die Leasinggesellschaften der Hersteller um mehr als ein Drittel – so viel wie nie zuvor seit Branchengründung. Inzwischen können fast alle Investitionsgüter geleast werden und Leasing ist aus dem deutschen und internationalen Markt nicht mehr wegzudenken.